Der nervige Kundenservice von der FAZ

Wie einige hier sicher gelesen haben, durfte ich in den vergangenen drei Monaten meine Diplomarbeit schreiben und am Montag abgeben. Die tägliche Arbeit mit der wissenschaftlichen Ausarbeitung wurde doch zeitweise zu meinem Alltag und ich gewöhnte mich dran. Um auf andere Gedanken zu kommen, habe ich mir in der Zeit die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) als Miniabo bestellt. 8 Ausgaben für 14,50 Euro, druckfrisch jeden Sonntag. Es ist ein fairer Preis, wenn man den Preis für eine Zeitung à 2,90 Euro für 8 Wochen gegenrechnet.

Ich glaube, die Idee in meiner Diplomarbeitszeit eine Sonntagszeitung zu bestellen, war nicht sonderlich intelligent. Der Plan, ich könnte die Zeitung innerhalb einer Woche lesen, entpuppte sich als nicht besonders praktikabel. Also habe ich fristgerecht gekündigt.

Gestern Nachmittag klingelte mein iPhone und ein Mitarbeiter der FAZ war am anderen Ende der Leitung. Er versicherte, dass er mir ein richtig gutes Angebot machen könne. Erstens bekomme ich die FAS 25% günstiger, als am Kiosk, und ich könnte jederzeit pausieren und die Lieferung z.B. für 2 Wochen aussetzen lassen. Seine Idee war, dass ich somit unter 10 Euro monatliche Kosten komme. Toll, dann bekomme ich beispielsweise nur 2-3 Ausgaben im Monat, muss jede zweite Woche anrufen und die Lieferung aussetzen lassen und darf dann noch Artikel lesen, die evtl. nicht mehr aktuell sind.

Der gute Herr war ziemlich schwer abzuwimmeln. Selbst als ich gesagt habe, dass ich es zeitlich nicht schaffe und die Zeitung für meine Ansprüche einfach zu viel Informationen beinhaltet, ließ er sich nicht aufhalten. Ich habe ihm dann erzählt, dass ich noch Student bin und – falls ich ein Abo wünsche – eher das Studentenabo nehmen würde. Dann sagte er mir, dass die Situation damit eine ganz andere wäre – schließlich ist das Studentenabo 50% günstiger. Prima, das hat er gut erkannt.

Warum verstehen die Verlage die Kunden nicht? Wenn ich ein Abo wünsche, schließe ich eins ab. Wenn ich keins möchte, brauchen Sie mich auch nicht anrufen. In den Zeiten des Internets verbreiten sich Meldungen von nervenden Kundenbetreuern in einer unglaublichen Geschwindigkeit und schaden der Zeitung wahrscheinlich. Meiner Meinung nach sind solche Telefonanrufe für die Zeitungen eher kontraproduktiv. Wenn jemandem die Zeitung wirklich wichtig ist, dann wird er sich selber um ein Abo bemühen. Ich bezweifle, dass viele Menschen am Telefon dann doch ein Abo abschließen.

Ich für meinen Teil werde in den letzten 2 Monaten meines Studentenlebens die Financial Times Deutschland abonnieren. Die hatte ich bereits für ein Jahr abonniert und ich war rundum zufrieden. 5 Tage die Woche eine Zeitung, die nicht zu viele Informationen beinhaltet und ein sehr angenehmes Format hat. Die FAS ist meiner Meinung nach auch einfach zu unhandlich. Am Besten wäre es, wenn ich mich damit auf den Fußboden lege, um die Zeitung zu lesen. Auch nicht praktikabel. Also, liebe FAS, ändert erstmal das Format, schafft die Kundenbetreuer ab und staucht die Informationen etwas zusammen. Vielleicht überlege ich es mir dann und werde euer Kunde.

P.S.: Eigentlich schuldet mir die FAZ noch zwei Ausgaben, denn der Zeitungsausträger hat zwei Exemplare einfach vor die Haustür gelegt und seltsamerweise ist die Zeitung somit zwei Mal nicht angekommen. Meine Reklamation war wohl ohne Erfolg. Danke.

9 Gedanken zu „Der nervige Kundenservice von der FAZ“

  1. Ist das sinnvoll, eine Sonntagszeitung und eine 5-Tage-Zeitung hinsichtlich des Informationsumfangs zu vergleichen? Und das Format ist ja wieder eine ganz andere Frage.

  2. moin,
    wenn der Kundenberater der Sonntagszeitung vorschlägt, man könne die Zeitung verteilt über die Woche lesen, ist doch ein Vergleich gar nicht so weit hergeholt. Ich weiß, dass eine Sonntagszeitung auch viele Artikel enthält, die eine Tageszeitung nicht beinhaltet und auch keinen Platz in einer Tageszeitung bekommt. Ich habe die FAS auch nicht schlecht gefunden, ich finde nur das Verhalten des Kundendienstes etwas zu penetrant. Es hat fast 10-15 Minuten gedauert, bis ich den Herrn abwimmeln konnte.

    Als damals die Kündigung meines FTD-Abos wirksam wurde, habe ich noch 5 Gutscheine für die Zeitung erhalten und ein Anruf des Kundendienstes erfolgte ebenfalls. Allerdings war der Berater mit der Aussage, dass mir die Fortführung des Abos zu teuer sei, ich die Zeitung aber sonst sehr gut finde, vollkommen ausreichend und ich war ihn nach 1-2 Minuten wieder los. Das ist mir positiv in Erinnerung geblieben.

  3. Ich finde es nicht verwerflich, Call-Center zur Kundengewinnung einzusetzen. Das Prinzip ist doch klar: durch ein günstiges Probeabo bekommt die Zeitung deine Daten. Nachdem das Probeabo ausläuft, wirst du halt angerufen, schließlich bist du an Zeitungen interessiert, sonst hättest du kein Probeabo abgeschlossen. Du würdest es doch als Verkäufer nicht anders machen.

    Aber die Hartnäckigkeit nervt natürlich. Du hättest wohl deutlichere Worte wählen sollen. Statt ihn reden zu lassen beende den Satz „Zum vierten Mal: ich habe trotzdem kein Interesse…“ doch mit den Worten „Schönen Tag noch“ 🙂

  4. Es hätte auch schlimmer kommen können. Teilweise werden bei derartigen Probe-Abos fristgerechte Kündigungen einfach ignoriert und dann hat man erst richtig Ärger…

  5. Markus, ich möchte dann auch nicht zu unfreundlich wirken. Ich bezweifle nur, dass die Call-Center bei Zeitungen durchschlagenden Erfolg haben. Erfolg werden sie in einer gewissen Art und Weise haben, sonst würde es sie wohl nicht geben. Oder es wird nicht nachgeprüft, was ich mir nur schwer vorstellen kann. Nur, dass die Zeitungen auch Kunden durch eine solche Taktik vergraulen kann, ist ebenfalls möglich.

    Thomas, das stimmt natürlich. Ich gehe aber davon aus, dass bei renommierten Tageszeitungen solch ein Fall eher selten vorkommt. Schließlich möchte die FAZ eine der besten Zeitungen der Welt sein 😉

  6. Naja, ich bin auch schon ein Opfer von diesen Kundenservice. Habe mich schon sehr oft damit genervt, nun ist aber alles schon in Ordnung, nach einige Beschwerde …

  7. Du schreibst, die FAZ schulde Dir noch 2 Ausgaben, da diese geklaut wurde.
    Seltsam nur, dass Du weisst, dass der Träger die Zeitung einfach vor die Türe legte?!?
    Wenn Du nun gegenüber der FAZ behauptest die Zeitung sei nicht angekommen und Du die Zeitung aber tatsächlich erhalten hast ( wenn auch an einer falschen Stelle abgeladen ), dann könnte dies ggf. einen Betrug darstellen.

  8. It’s an interesting prlebom.I’m sure the Basler Zeitung has some source for their calculation, but that’s a tricky thing to figure.What we can work out, though, is the total power consumed by the servers that act as the workhorses of the Internet.(It’s a little tricker, again, to work out how much power is sucked down by all the clients of the Internet. One can conjecture.)I did a lot of poking around on this a few months ago, curious. The answer, for the time being, is that the exchange of information takes up a dribble of energy compared to, say, manufacturing or transportation.We all know the Internet burns exponentially more power than it did 10 years ago. Back then I wouldn’t consider listening to a radio station 500 miles away on my computer. Now I do it without a second thought. How many servers between here and there are spending microwatts shuffling packets so I can hear Paul Simon?A further question is whether power use on the Internet replaces greater consumption elsewhere, or whether it represents an additional use of power.If I use the Internet to communicate with someone instead of communicating by telephone or a letter, have I saved power or used more power than I would have otherwise?If I use the Internet to buy a book or a CD or groceries instead of driving to a brick-and-mortar store to buy them, have I saved power or used more power? (I might burn less fuel in shopping, but is the truck that delivers my packages more efficient?)More abstract, the Internet has made a kind of collaboration and information exchange possible that 20 years ago could only have been imagined. If two engineers on separate continents–or two teams of engineers, or three or four–can use the Internet to come up with a Hybrid Synergy Drive, or a more efficient mag-lev train, or a better composite formulation for windmill blades, have we scored a net loss or a net gain in power usage?Tricky business.

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