Filmkritik: Sieben Leben

Als ich in der letzten Woche in New York City war, hatte ich auch die Gelegenheit an einem Abend ins sieben_lebenKino zu gehen. Ich hatte die Wahl zwischen Valkyrie mit Tom Cruise oder Sieben Leben („Seven Pounds“) mit Will Smith. Ich habe mich für den zweiten Film entschieden, der am morgigen Donnerstag in unseren Kinos startet.

Handlung

Will Smith spielt Ben Thomas, der eigentlich Raumfahrt-Ingenieur ist, sich jedoch mit der Hilfe seines Bruders als IRS-Agent ausgibt und durch einen Fehler in der Vergangenheit sieben Menschen das Leben genommen hat. IRS bedeutet Internal Revenue Service und steht für die Steuerbehörde in den USA. Um den besagten Fehler wieder gut zu machen, entschließt sich Ben Thomas dazu, sieben Leben zu verändern. Während des Films trifft er verschiedene Charaktere bei denen er versucht zu ermitteln, ob diese Personen seine Hilfe verdient haben.

Hintergründe zur Produktion

Will Smith hat bei der Wahl dieses Filmes nichts dem Zufall überlassen. Er hat den Film mit produziert und sich dafür eingesetzt, dass Gabriele Muccino als Regisseur eingesetzt wird. Muccino hat bereits in dem Film Das Streben nach Glück Regie geführt und Will Smith zu einer Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller verholfen. Ich finde die Darstellung von Smith überzeugend. Er spielt diese Rolle glaubwürdig und zeigt diverse Facetten seines schauspielerischen Talents auf. Obwohl er häufig allein die Szenen darstellt fesselt er durch überzeugende Mimik auch ohne Sprache.

Spoiler

Wer sich den Film ansehen und sich selbst ein Bild machen möchte, sollte diese Passage nicht lesen.
Im Trailer zum Film erfährt man zunächst wenig über das Leben von Ben Thomas. Ich dachte, dass es sich um einen Film handelt in dem der Hauptdarsteller magische Fähigkeiten besitzt, weil er von Gott auserwählt ist, sieben Leben verändern zu können. Ben Thomas hingegen ist ein normaler Mensch, der erfolgreich ist. Er lebt in einem großen Haus direkt am Meer, hat eine Frau und ist durchaus glücklich mit seiner Situation.

In zahlreichen Rückblenden wird stückweise aufgeklärt, dass er an einem Abend mit seiner Frau im Auto unterwegs ist und eine E-Mail auf seinem BlackBerry liest. Er ist für sieben Sekunden unkonzentriert und verursacht letztendlich einen Unfall bei dem seine Frau stirbt. Es sind genau sieben Sekunden des Unglücks, daher ist auch am Anfang die Rede von sieben Sekunden die sein Leben zerstört haben.

Thomas beschließt, dass er es nicht mehr verdient hat ein normales Leben zu führen. Somit begibt er sich auf die Suche nach Menschen aus seiner Vergangenheit, die gehandicapt sind. Eine Person wird von Woody Harrelson gespielt. Sein Charakter, Ezra Turner, ist blind und eigentlich Musiker. Thomas beleidigt Turner am Telefon, da er zu dieser Zeit in einem Call-Center arbeitet. Im Laufe des Films tut ihm seine Aktion leid als er Ezra als guten Charakter kennen lernt, woraufhin er ihn als einen seiner sieben Kandidaten auswählt.

Thomas verschenkt sein Haus an eine bedürftige Familie und zieht in ein Motel. Dort hält er eine giftige Qualle in einem Aquarium.

Die Namen der „Kandidaten“ für seine lebensverändernden Pläne erhält er von seinem Bruder und Menschen, deren Leben er bereits verändert hat. Dies alles gehört zu seinem Plan, mit dem Auslöschen seines eigenen Lebens positiven Einfluss auf das Leben anderer zu nehmen.

Ben Thomas trifft auch auf die herzkranke Emily Polsa, die von Rosario Dawson gespielt wird, und verliebt sich im Laufe des Films in sie. Dadurch wird sein Vorhaben auf eine harte Probe gestellt. Emily beginnt es schlechter zu gehen und Ben muss erkennen, dass die Zeit drängt.

Am Schluss ruft Ben Thomas den Notruf und gibt einen Selbstmord – seinen eigenen – an. (Die Geschichte startete ursprünglich auch an diesem Punkt und wird in Form einer Rückblende erzählt). 


Danach steigt er in seine mit Eiswürfeln gefüllte Badewanne und stürzt die Qualle aus einem Eimer hinein. Die Qualle verwundet ihn mit ihrem Gift tödlich.

Doch mittels einer Verfügung hat er vorgesorgt und lässt sie von einem Freund durchsetzen. Gemäß dieser werden seine Organe verwendet um den zuvor auserwählten Personen zu helfen. Ezra Turner bekommt u.a. seine Netzhaut und seine Liebe Emily Posa erhält sein Herz.

Fazit

Für mich ein absolut sehenswerter Film, der jedoch auch schockiert. Man erkennt, wie sich das perfekte Leben von Ben Thomas von einem Schicksalsschlag derart verändert wird, dass er sich selbst töten will. Interessant hierbei ist der Ansatz der „Wiedergutmachung“. Ben Thomas versucht die empfundene Schuld am Tod eines geliebten Menschen durch die Veränderung der sieben anderen Leben zu tilgen.

Ein Gedanke zu „Filmkritik: Sieben Leben“

  1. Ich finde den Film klasse… mal nicht so nen üblicher Streifen von Smith… sondern einer der auch ein anderes „hollywood“ Ende nimmt…

    Top…

    Gruß
    Jon

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