Fotokurs Teil 3 – Begriffe in der Fotografie

Als ich angefangen habe über meinen, mittlerweile erfolgreich absolvierten, Fotokurs zu schreiben habe ich zuerst meine Kamera, die Pentax K-m, vorgestellt. Im zweiten Teil konnte ich dann benötigtes Zubehör für den erfolgreichen Start in die Welt der Fotografie erläutern. Bevor ich im übernächsten Teil erste Bilder zeige, die im Lauf des Fotokurses entstanden sind, möchte ich in diesem Beitrag mit diversen Begriffen aufräumen und erklären, was beispielsweise unter der Blende, der Belichtungszeit, dem ISO-Wert und zu verstehen ist. Im nächsten Teil geht es dann um verschiedene Einstellungen bei meiner Kamera, die direkt mit den unten stehenden Begriffen in Zusammenhang stehen. Oftmals ähneln sich diese Einstellmöglichkeiten bei vielen Kameras unterschiedlicher Hersteller und eine generelle Beschreibung kann sehr hilfreich sein.

Blende

Als Blende wird eine Vorrichtung an Kameras verstanden, mit der der Lichtdurchlass durch das Objektiv verändert werden kann. Der Fotograf kann mit den Einstellungsmöglichkeiten entscheiden, ob eine kleine oder große Blende gewählt wird. Damit wird entschieden, ob der Bildsensor oder der Film stark oder gering belichtet wird. Was für viele Anfänger verwirrend ist, ist die Tatsache, dass eine größere Blendenzahl eine kleinere Blendenöffnung und damit weniger einfallendes Licht bedeutet.

Belichtungszeit

Bei der Betätigung des Auslösers wird bei Spiegelreflexkameras der Spiegel, der das durch den Sucher zu sehende Bild abbildet, weggeklappt. Mit diesem Vorgang wird der Bildsensor dem einfallenden Licht ausgesetzt. Die Belichtungszeit ist somit die Dauer, wie lange der Spiegel zurückgeklappt wird und wie lange Licht durch das Objektiv auf den Sensor fällt.

Zusammen mit der Blendenöffnung entscheidet die Belichtungszeit, ob das aktuelle Bild korrekt belichtet wird oder nicht. So kann eine sehr kurze Belichtungszeit zu einer Unterbelichtung des Bildes führen. Im anderen Fall kann eine zu lange Belichtungszeit zu überbelichteten Bildern führen. Digitale Spiegelreflexkameras machen die korrekte Einstellung mit Hilfe diverser Modi relativ leicht. So wird mir bereits vor der Auslösung angezeigt, ob die Belichtung korrekt ist, oder ob ich an den getätigten Einstellungen etwas ändern muss. Natürlich können auch knapp unterbelichtete oder überbelichtete Bilder den Reiz eines Bildes ausmachen und als künstlerisch wertvoll eingestuft werden.

ISO-Wert

ISO ist ein Standard der Internationalen Organisation für Normung (ISO) und kombiniert zwei Zahlenwerte miteinander. Der ISO-Wert drückt damit die Lichtempfindlichkeit von Filmen aus. Ein kleiner ISO-Wert bedeutet damit das die Aufnahme mit niedrigempfindlichen Einstellungen vorgenommen wird. Ein hoher Wert dagegen reagiert empfindlicher auf das einfallende Licht. Empfindliche Einstellungen ermöglichen das Fotografieren bei schlechten Lichtverhältnissen, sorgen für eine höhere Blitzlichtreichweite und kürzere Belichtungszeiten. Allerdings ist bei empfindlichen Einstellungen schneller ein Bildrauschen auszumachen. Darunter versteht man, dass einzelne Körner oder Pixel auf dem entstehenden Bild zu erkennen sind. Die Schärfe und Auflösung sind bei niedrigen Einstellungswerten besser.

Schärfentiefe

Ich denke es besteht kein Zweifel daran, dass der Betrachter eines Fotos das Bild als scharf bezeichnet, wenn Linien und Kanten klare Grenzen aufweisen. Umgangssprachlich wird Schärfentiefe und Tiefenschärfe synonym verwendet. Durch die Einstellung der Blende, der Entfernung und der Brennweite kann der schaerfentiefeFotograf den Blick des Betrachters auf sein gewünschtes Hauptmotiv lenken. Als Laie kann man sagen, dass eine große Schärfentiefe dann gegeben ist, wenn die Objekte im Vordergrund und die Objekte im Hintergrund scharf dargestellt werden. Eine geringere Schärfentiefe ist dann vorzufinden, wenn lediglich ein bestimmter Bereich – z.B. der Vordergrund – scharf dargestellt ist und der Hintergrund nur als unscharf wahrgenommen werden kann.
Je kleiner der Fotograf die Blendenöffnung einstellt, desto größer ist der scharfe Bereich. In dem rechts abgebildeten Bild ist eine geringe Schärfentiefe vorhanden, da nur der Bereich in der Mitte scharf dargestellt ist. Der hintere Teil des Bildes ist deutlich unscharf. Wäre dieser Bereich durch eine kleine Blendenöffnung scharf gestellt worden, läge eine hohe Schärfentiefe vor.

Brennweite

Im Zusammenhang mit der Brennweite muss erstmal der Brennpunkt oder auch Fokus genannt definiert werden. Wenn einfallende Lichtstrahlen an einem Ort parallel zur optischen Achse gebündelt werden, wird dieser Ort als Brennpunkt bezeichnet. Der Abstand zwischen dem Brennpunkt und der ihm zugeordneten Linse wird als Brennweite bezeichnet. Bei Wikipedia dazu ein Beispiel zu finden, welches den gesamten Sachverhalt etwas klarer macht:

Bündelt man Sonnenlicht mit Hilfe einer Sammellinse auf eine Projektionsfläche (im Folgenden „Bildebene“), so entsteht auf dieser ein Abbild der Sonne. Die Größe des projizierten Abbildes der Sonne verändert sich hierbei mit dem Abstand der Linse zur Bildebene. Ist die Größe des Bildes der Sonne am kleinsten, entspricht der Abstand der Linse zur Bildebene genau der Brennweite der Linse.

Autofokus

Digitale Spiegelreflexkameras besitzen in der Regel die Option zwischen manuellem Fokus (MF) und Autofokus (AF) umzuschalten. Generell wird unter Autofokus verstanden, dass die Kamera automatisch versucht auf das gewünschte Motiv scharfzustellen. Um zu entscheiden, welches Motiv scharf gestellt werden soll bieten die modernen Kameras an, unterschiedliche Punkte in die Messung mit einzubeziehen. Somit muss sich das Objekt, welches scharfgestellt werden soll, nicht unbedingt in der Bildmitte befinden. Beim manuellen Fokus kann der Fotograf selber, durch Einstellungen am Objektiv, das Foto scharf stellen.

Blitzlicht

Das Blitzlicht wird in der Fotografie eingesetzt, um eine notwendige Objektausleuchtung zu erzeugen. Dazu wird im Moment der Aufnahme ein Lichtblitz generiert. Das besondere bei digitalen Spiegelreflexkameras ist, dass sich häufig die Stärke des Blitzes einstellen lässt. Somit ist es möglich Fotos zu erstellen, die nicht nur schön aussehen, sondern bei denen auch nicht sofort erkennbar ist, dass ein Blitzlicht eingesetzt wurde. Dies ist insbesondere bei Fotoaufnahmen im Dunklen von Vorteil, da das Bild dennoch gut ausgeleuchtet aussieht.

RAW-Format

Das RAW-Format wird als Rohdatenformat in der Fotografie bezeichnet. Je nach Hersteller kann dieses Dateiformat eine andere Dateiendung besitzen. Bei meiner Pentax K-m haben RAW-Daten beispielsweise die Dateiendung .pef oder .dng. Im Gegensatz zu anderen Dateiformaten wie JPEG oder PNG, wo eine Komprimierung der Bildinformationen vor dem Speichervorgang stattfindet, werden die Bildinformationen bei RAW-Formaten ohne Komprimierung auf ein Speichermedium geschrieben. Ein Vorteil dieser Speichertechnik ist beispielsweise, dass der Fotograf bei der anschließenden Bearbeitung am Computer die eigentlich zur Zeit der Aufnahme gültigen Einstellungen verändern kann. So ist es z.B. möglich die Blende im Nachhinein noch zu verändern und das Ergebnis lässt sich am Computer begutachten.

Live-View

In den Prospekten großer Elektronikkaufhäuser liest man bei digitalen Spiegelreflexkameras häufig als Feature den Live-View. Als Live-View bezeichnet man die Möglichkeit die Bildkomposition nicht nur über den optischen Sucher, sondern auch über den Bildschirm vorzunehmen. Bei Kompaktkameras steht einem der Live-View seit langer Zeit standardmäßig zur Verfügung. Bei Spiegelreflexkameras war dieses Feature, aufgrund der von analogen Kameras inspirierten Bauart lange Zeit nicht möglich. Der Spiegel leitet das Licht in den optischen Sucher und sorgt somit für das Bild, dass der Fotograph sehen kann. Wie bereits erwähnt, klappt der Spiegel nur für einen Bruchteil der Sekunde hoch um den optischen Sensor zu belichten. Genau dieser optische Sensor ist aber nötig, um das Bild auf den Bildschirm zu übertragen. Bei den aktuellen Kameras, die dieses Feature bieten, ist die Bauart etwas verändert worden.

Der Vorteil an einem Fotokurs ist es, dass man gezwungen wird unter der Woche Fotos mit unterschiedlichen Einstellungen zu schießen und zum nächsten Termin mitzubringen. Somit ist man schnell mit unterschiedlichen Einstellmöglichkeiten vertraut und kann diese mit dem Rest des Kurses diskutieren. Die oben genannten Begriffe sind sehr wichtig und man lernt schnell, welche Effekte unterschiedliche Konfigurationen auslösen. In Fotokurs – Teil 2: Equipment habe ich von der Anschaffung eines Stativs gesprochen. Ich würde sogar sagen, dass es ein Must-have ist, wenn man unterschiedliche Einstellungen bei dem gleichen Motiv ausprobieren möchte. Erhöht sich z.B. die Verschlusszeit auf mehrere Sekunden, so ist es kaum möglich ein scharfes Bild zu schießen, da die Hand doch arg wackelt und das Bild nahezu zerstören kann. Im übernächsten Teil zeige ich Bilder, die ich bei Nacht geschossen habe und die ohne ein Stativ nicht möglich gewesen wären.

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