iPod der Zukunft – Der MP3-Player als Streaming-Client?

Vor ein paar Jahren sanken die Verkaufszahlen handelsüblicher Musik-CDs in den Keller. Der Grund dafür war Napster und das Gefolge an Peer-to-Peer-Netzwerken, die das Herunterladen von Musik zum Kinderspiel machten. Damals störte es nur Wenige, dass das ganze Prozedere illegal war. Es war viel einfacher Napster anzuwerfen und in ein paar Minuten das gewünschte Lied sein Eigen nennen zu können, als in das nächste Fachgeschäft laufen zu müssen.

Seitdem sind viele Jahre vergangen und die Musikindustrie hat sich auf die verändernden Bedingungen durch das Internet eingestellt. Alle großen Musiklabels unterstützen Dienste wie iTunes, Amazon oder musicload, die es ermöglichen Musik in komprimierten Formaten legal zu erwerben.

Mittlerweile ist auch die Filmindustrie in dieses einfache und zeitsparende Geschäftsmodell eingestiegen. Das Internet hat also nicht nur in unserem Arbeitsalltag für viele Veränderungen gesorgt, sondern auch im Privatgebrauch spielt es eine große Rolle. Apple tat das, was andere nicht schafften. Mit iTunes brachte man die Musik in das Wohnzimmer und mit dem iPod konnte die Musik überall gehört werden.

iTunes und Co. sind veraltet

Aber eigentlich ist das Modell von iTunes und Co. doch schon wieder überholt. Um Musik auf meinem iPod speichern zu können, muss ich diesen an meinen Computer anschließen und Musik herunterladen. Mit dem iPhone wurde das klassische iPod-Konzept modifiziert. Ich habe damit die Möglichkeit den iTunes-Store überall von unterwegs zu besuchen und das Musikangebot zu nutzen. Überall? Das stimmt nicht ganz, sobald ein Song die 12MB-Grenze überschreitet verlangt das iPhone eine WLAN-Verbindung. Aber ist mit diesem Modell nicht auch die Zukunft des iPods bereits beschrieben?

Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass das Modell von iTunes und iPod eigentlich schon wieder veraltet ist. Die Zukunft heißt: Streaming. Das bekannteste Streaming-Portal dürfte YouTube sein. Die Möglichkeit gekaufte Inhalte herunterzuladen und zu benutzen, wird das Streaming in Zukunft ablösen. Durch die seit Jahren wachsende Geschwindigkeit der Internetleitungen entstehen immer neue Möglichkeiten. Beispielsweise hat die Deutsche Telekom den Trend erkannt und investiert massiv in den Ausbau ihrer Leitungen. Mit ihrem Angebot T-Home wird das aktuelle Fernsehprogramm bereits über das Internet in unser Wohnzimmer übertragen.

Streaming ist der neue Trend

Unternehmen wie Spotify übertragen dieses Angebot in die Musikszene. Durch das Herunterladen eines Streaming-Clients kann ich mir Musik-Playlisten erstellen, die einfach in das eigene Wohnzimmer gestreamt werden. Kann es nicht sein, dass der iPod der Zukunft demnach ebenfalls, wie das iPhone, über eine Mobilfunkverbindung verfügt und die Musik einfach aus dem iTunes-Store gestreamt und nicht heruntergeladen wird?

Ich kann mir dabei zwei alternative Möglichkeiten vorstellen. Erstens könnte man ein Modell entwickeln, bei der jeder Käufer eine persönliche Streaming-URL bekommt, die nur im Zusammenhang mit dem eigenen Account funktioniert. Eine andere Möglichkeit die Verteilung der jeweiligen Streaming-URLs zu unterbinden, sehe ich derzeit nicht. Die Aneinanderreihung dieser URLs ergibt also die Playlist auf dem iPod 2.0. Es findet also kein langer Download statt, sondern auch Dateien über 12MB können per Mobilfunknetz gestreamt werden. Die zweite Variante wäre, dass der Benutzer den kompletten iTunes-Store als eine große Playlist ansehen kann und eben nur für das Abspielen der einzelnen Songs bezahlt.

Mobilfunknetze sind die Zukunft

Neben der Geschwindigkeit wird auch die Abdeckung der Mobilfunknetze stetig vorangetrieben. Die Frage ist nur, was mit wirklich entlegenen Gegenden passiert? Man müsste sich eine bestimmte Anzahl an gestreamten Inhalten zwischenspeichern können. Dennoch wird durch das Streaming der Trend, immer mehr Speicherplatz in die Geräte einzubauen, umgekehrt. In Zukunft könnte ein iPod demnach nicht mit 80GB Flash-Speicher werben, sondern mit einer besonders schnellen Mobilfunkanbindung.

Mit dem iPod touch verfügt ein Gerät der iPod-Familie bereits über die Möglichkeit per WLAN auf iTunes zuzugreifen. Der nächste Schritt könnte also die Kopplung an das Mobilfunknetz sein. Und der übernächste Schritt ist dann die Adaption des iTunes Stores in eine Streaming-Plattform.

Was meint ihr? Ist das entworfene Szenario realistisch? Habe ich etwas Wichtiges vergessen? Oder wird das Ganze eventuell noch viel drastischer ausfallen?

Ein Gedanke zu „iPod der Zukunft – Der MP3-Player als Streaming-Client?“

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