Espresso Teil 3 – Siebträgermaschine, Vollautomat, Kapselmaschine – Welche ist die Richtige für mich?

Heute erscheint der letzte Teil meiner Serie zum Thema Espresso. Im ersten Teil ging es darum, einige Tipps für gute Coffee-Shops und Cafés in Hamburg zu geben und die Arbeit eines Barista zu erklären. Im zweiten Teil ging es gestern um die Zubreitung eines perfekten Espresso. In diesem Teil möchte ich die verschiedenen Maschinen für zu Hause vorstellen und eine Kaufempfehlung geben.

Wenn es darum geht sich eine neue Espressomaschine zu kaufen, sollte man sich vorher erstmal genauere Gedanken um die Anschaffung machen. Am besten ist, wenn man z.B. einen Zettel und einen Stift nimmt und sich erstmal den Sinn hinter einem solchen Kauf zu erklären. Bevor ihr einen Schnellschuss macht und das falsche Gerät zum falschen Preis kauft, beachtet auch meine Tipps zum optimalen Weg Geld zu sparen.

Siebträgermaschine

quickmill_6000Einmal selbst Barista sein und die Handgriffe der traditionellen Kaffeezubereitung erlernen. Wer Spaß an solch einer Sache hat, ist bei einer Siebträgermaschine richtig. Neben der Maschine benötigt man auch eine Kaffeemühle um die Bohnen zu Pulver zu verarbeiten.

Damit ist es aber nicht getan. Weiteres Zubehör sind u.a. ein Tamper um das Pulver in das Sieb zu drücken, einen Abschlagkasten in dem das Pulver nach dem Brühvorgang entsorgt wird, ein Brühgruppenpinsel um die Brühgruppe zu reinigen, geeignete Espressotassen und ein Milchschaumkännchen. Optionales Zubehör sind z.B. ein Thermometer um die optimale Temperatur beim Aufschäumen der Milch im Auge zu behalten.

Spaß an der Sache ist erforderlich

Wer eine Siebträgermaschine sein Eigen nennen möchte, muss sich also bewusst sein, dass er einen höheren Reinigungs- und Pflegeaufwand hat. Hier geht es vorrangig darum die Kunst der Zubereitung selbst zu erlernen. Ihr müsst Spaß daran haben verschiedene Kaffeesorten auszuprobieren und mit eurer Maschine nach der perfekten Einstellung für jede Kaffeesorte zu suchen. Für Einsteiger, die sich ihre erste Maschine kaufen wollen, ist eine Siebträgermaschine erstmal nicht zu empfehlen.

Übung macht den Meister

Man muss sich dabei bewusst sein, dass man Übung benötigt um einen gutes Espresso hinzubekommen. Wenn man allerdings geübt ist, haben viele einen enormen Spaß an der „Arbeit“, da ein besserer Espresso gelingt als mit einem Vollautomaten oder mit Hilfe einer Kapselmaschine. Gute Siebträgermaschinen kosten locker über 500 Euro aber für die wirklichen Kaffee-Fans, die sich der Kunst verschrieben haben, ist es das Geld wert. Generell lässt sich aber auch sagen, dass sich die Anschaffung einer Siebträgermaschine inkl. Equipment nicht lohnt, wenn man jeden Tag bloß einen Espresso trinkt oder nur am Wochenende Hand anlegen möchte.

Für mich ist eine Siebträgermaschine nichts, da ich für meinen Kaffee nicht so viel Zeit investieren möchte. Ich möchte guten Espresso trinken, benötige aber keinen Exzellenten. Außerdem denke ich, dass ich nicht morgens einen solchen Aufwand erbringen kann. Am Wochenende könnte ich mir die Ausübung eines solchen Handwerks besser vorstellen.

Vollautomat

Den Vollautomaten unter den Espressomaschinen könnte man als die eierlegende Wollmilchsau jura_z5_chrombezeichnen. Alles was man hierfür benötigt ist die Maschine und Kaffeebohnen. Man füllt die Bohnen und das Wasser in die Maschine und startet mit dem Brühvorgang. Das Mahlwerk der Maschine sorgt für die Zerkleinerung der Bohnen und füllt das Kaffeepulver in die Brühgruppe der Maschine. Dort wird das Pulver gepresst und von heißem Wasser durchspült. Danach läuft der Espresso in die Tasse.

Milch aufschäumen inklusive

Oftmals besitzen Vollautomaten eine Möglichkeit um Milch aufzuschäumen. Bei vielen Maschinen sorgt eine Cappuccino-Düse inkl. Schlauch dafür, dass Milchschaum erzeugt werden kann. Dies ist für mich die komfortabelste Möglichkeit, da man nur die Milchtüte aus dem Kühlschrank nehmen muss und mit dem Aufschäumen beginnen kann. Eine solche Milchdüse muss aber nach jedem Gebrauch gereinigt werden, da sich die Milchreste sonst im Schlauch und in der Düse festsetzen.

Neuerdings sieht man immer mehr Geräte mit eigenen Milchbehältern inkl. Säuberungsfunktion, die man einfach an die Maschine stecken kann. Je nach hauseigener Küchenausstattung kommt es darauf an, ob einer solche Aufschäumhilfe empfohlen werden kann. Für Personen, die keinen Geschirrspüler besitzen, ist eine solche Anschaffung in meinen Augen weniger sinnvoll, da die Reinigung der Milchbox manchmal etwas schwierig sein kann. Die Ecken eines solchen Gefäßes sind oftmals nicht einfach zu reinigen. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Milch bei der Aufbewahrung in solch einem Gefäß schneller schlecht wird als in der normalen Milchverpackung.

Eine Frage des Komforts

Beim Kauf eines Vollautomaten müsst ihr euch selbst klar machen, wie weit der Komfort gehen soll. Brauch ich eine Tassenaufwärmplatte? (denkt an die Stromkosten) Stört es mich, wenn ich für einen Cappuccino die Tasse von der Milchdüse zur Espressodüse verrücken muss oder soll alles in einem Schritt erfolgen? Brauche ich die Funktion, dass sich die Maschine zu einer bestimmten Zeit an- und abschaltet? Wie soll die Maschine aussehen? Welche Funktion soll sie erfüllen? Das sind Fragen, die oft über einige hundert Euro entscheiden.

Wer braucht einen Vollautomaten?

Ich bin der Meinung, dass ein Vollautomat besonders für diejenigen geeignet ist, die nicht soviel Zeit für die Zubereitung und Reinigung aufwenden wollen. Sie wollen guten Kaffee trinken, die Einstellungen aber möglichst komfortabel vornehmen und der Maschine die Arbeit machen lassen. Auch wenn es evtl. Abstriche in der Qualität des Espressos nach sich zieht.

Bei dem Kauf eines solchen Gerätes sollte man sich auch mit den Folgekosten auseinander setzen. Ist der Einsatz eines Wasserfilters Pflicht? Welche Kosten fallen für Reinigungs- und Entkalkungstabletten an? Außerdem lässt sich beobachten, dass besonders die Brüheinheit gereinigt und gesäubert werden muss. Viele der heutigen Hersteller bieten eine herausnehmbare Brüheinheit an, die sich z.B. einfach unter fließendem Wasser von Kaffeerückständen reinigen lässt.

Hersteller wie z.B. Jura und Krups haben keine Maschine mit einer herausnehmbaren Brüheinheit im Angebot. Deswegen ist es wahrscheinlich, dass hier eher Wartungskosten auf einen zukommen werden. Hier sollte man sich vor dem Kauf ausreichend mit dem Wunschobjekt beschäftigen, nach Erfahrungsberichten im Internet suchen und das Gerät vor Ort begutachten.

Kapselmaschine

illy_iperespressoKapselmaschinen sind immer mehr auf dem Vormarsch. Sie überzeugen durch vordefinierte Portionen, der sauberen und einfachen Handhabung und der perfekten Abstimmung der Maschine auf die jeweiligen Kapseln. Deswegen ist oftmals der Kaffee für solche Maschinen auch teurer als herkömmliche Bohnen, dafür bekommt ihr aber auch einen gewissen Komfort. Wem es das Wert ist, kann zu einer solchen Maschine greifen.

Folgende Espresso-Kapselmaschinen sind derzeit u.a. im Angebot:

  • Illy Iperespresso
  • Bosch Tassimo
  • Nespresso
  • Nescafé Dolce Gusto

Wo liegt Vorteil der Kapselmaschinen?

Ein Vorteil der Kapselmaschinen liegt eindeutig darin, dass man weniger Probleme mit der Lagerung des Kaffees bekommt. Auch wenn ich eine Woche keinen Kaffee trinke oder in den Urlaub fahre, brauche ich mir keine Gedanken um die Lagerung des Kaffees zu machen. Bei herkömmlichen Bohnen ist ein Großteil des Aromas nach 2 Wochen verflogen. Letztlich sind Kapselmaschinen besonders für die Menschen zu empfehlen, die Kaffee nicht täglich trinken. Wer ab und zu zum schwarzen Elixier greift, sollte über die Anschaffung einer solchen Maschine nachdenken. Dann macht sich auch der erhöhte Preis einer Kapsel nicht negativ bemerkbar. Ich habe kürzlich einen kleinen Preisvergleich gemacht, weil ich von einer Nespresso-Maschine zu einem Vollautomaten gewechselt bin.

Eine Sache des Preises

Nehmen wir als Beispiel 250 Gramm Kaffee, da dies oft die Menge an Bohnen ist, die in einen Vollautomaten passt. 250 Gramm Kaffeebohnen kosten im Handel zwischen 4-8 Euro. Für 250 Gramm Nespresso-Kapseln zahle ich ca. 16,50 Euro (Kapselpreis 0,33 Euro). Demnach lohnt es sich für einen wirklichen Kaffeetrinker wirtschaftlich nicht zur Nespresso-Maschine zu greifen.

Durch Freunde, persönliche Erfahrung und durch Recherche im Internet kann man sagen, dass Nespresso den besten Espresso unter den Kapselmaschinen liefert. Da kommt eine Tassimo oder eine Dolce Gusto nicht gegen an. Mit der Maschine von Illy fehlt mir leider jegliche Erfahrung. Ich unterstelle Illy aber, dass sie eine gute Maschine produziert haben (das Know-How dazu sollten sie haben).

Damit sind wir am Ende meiner Espresso-Serie. In den nächsten Tagen werde ich noch einen Preisvergleich verschiedener Kapsel- und Pad-Systeme veröffentlichen. Da dieser aber wenig mit dem Thema Espresso zu tun hat, wird die kommende Übersicht nicht zu dieser Serie gehören.

3 Gedanken zu „Espresso Teil 3 – Siebträgermaschine, Vollautomat, Kapselmaschine – Welche ist die Richtige für mich?“

  1. Ich trinke pro Tag normalerweise 1 Dopio und zwar aus dem ST. Eine 250 gramm Packung krieg ich locker in 1 Woche durch. Der Geschmack ist jedem Nespresso um WELTEN überlegen. Der Aufwand aber auch…mir ist es das wert.

  2. Hallo,
    auch ich habe mich mit diesem Thema beschäftigt und wollte unbedingt herausfinden, welches Gerät für mich denn wirklich optimal ist. Kaffeevollautomat? Siebträgermaschine? oder vielleicht doch eine Kapselmaschine? Nun, nach langer Grübelei, habe ich mich für die Siebträgermaschine entschieden. Warum? Naja ich kann die Infos die man auf dieser tollen Website findet nur rezitieren. Man muss sich aber nur überlegen, ob man Handarbeit mag und geduldig ist, dann kann man zu einer Siebträgermaschine greifen. Hat man eine große Familie oder man steht unter Zeitdruck, dann lieber ein Kaffeevollautomat.
    Aber ein sehr großes Lob an diese Website, die mir sehr weitergeholfen hat. Viel Erfolg weiterhin 😉

  3. Guten Tag,
    danke für die Seite, sie ist ein toller Ratgeber und bietet informatives Fachwissen. Ich persönlich bin der Meinung, dass Siebträgermaschinen aufgrund der unzähligen Möglichkeiten der Optimierung einfach die Königsklasse sind. Jedoch, wie auch im Artikel berichtet, ist Erfahrung und die richtige Bedienung nötig.
    Mit freundlichen Grüßen

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