Städtereise: New York City – Was habe ich gelernt?

Direkt nach Weihnachten bin ich zusammen mit meiner Freundin dem kalten Wetter in Hamburg rockefeller_centerentflohen und per Direktflug in New York gelandet. Natürlich war dort das Wetter nicht wirklich sommerlich und wir wurden von klirrender Kälte begrüsst. Aber was anderes hatten wir auch nicht erwartet und genügend warme Klamotten im Gepäck.

Im Gegenteil waren wir einige Tage wirklich positiv überrascht, da die Temperaturen verhältnismäßig warm waren und sogar Leute in T-Shirt und Rock auf die Straße trieb. Ein wenig verwundert waren wir schon als wir ihnen noch immer warm eingepackt nachschauten.
Dennoch veränderte sich das Wetter und einige Tage hat es geschneit, an anderen Tagen brach klirrende Kälte aus und die ist in den Häuserschluchten nicht allzu angenehm.

Kultur dank des New York Passes

Da wir einen sogenannten New York Pass im Vorfelde besorgt hatten mit dem man den Eintritt zu diversen Attraktionen sparen kann, standen auch einige Attraktionen auf dem Tagesplan. Somit kamen wir in den Genuss unter anderem das MoMA (Museum of Modern Art) und Madame Tussaud’s Wachsfigurenkabinett zu besuchen. Auch den Skyride im Empire State Building, ein virtueller Rundflug über New York, haben wir mitgenommen – dieser ist allerdings nicht allzu empfehlenswert. Der Rundflug ist zu kurz und vermittelt nicht wirklich Neues.

Das Ziel einer Reise

brooklyn_bridgeWarum erzähle ich das alles? Für mich bedeuten Reisen eine Menge. Ich finde, dass es sich fast immer lohnt sein Geld für Reisen auszugeben. Anstatt eines großen neuen Fernsehers gebe ich mein Geld lieber für eine Reise aus. Das liegt ganz einfach daran, dass es mir immer viel Wert ist die Eindrücke und Erlebnisse von einer solchen Reise mitzunehmen. Man lernt andere Kulturen, andere Menschen und meistens auch mehr über sich selbst während eines solchen Trips kennen.

Ich spreche hier jedoch nicht vom klassischen Badeurlaub, bei dem ich vom Strand zum Hotel pilgere. Es muss mehr drin sein, ich möchte die zahlreichen Facetten einer Stadt genauer kennenlernen und wissen, was sie z.B. von meiner Heimat unterscheidet. Außerdem zehrt man doch von den Erinnerungen an einen Urlaub sehr lange und findet auch den Weg aus dem stressigen Alltagstrott.

New York City – ein paar Fakten

Nun ja, und welche Stadt ist für einen spannenden Trip raus aus dem Alltag besser geeignet als New York City? In der Stadt leben knapp 8 Millionen Menschen. Nimmt man die Metropolregion noch hinzu kommt man gar auf 18 Millionen Menschen und man darf natürlich auch nicht die ca. 4 Millionen Touristen pro Jahr vergessen. Klar – die Stadt ist voller Menschenmassen. Besonders die Hauptattraktionen sind mit Menschenmassen verstopft.

Wenn man jedoch nicht zu den Stoßzeiten diese Attraktionen besucht, sondern sich eher den frühen Morgen oder Abend aussucht, kann man es sehr gut aushalten. Durch Hamburg bin ich zumindest ein wenig mit Menschenmassen vertraut, die auf Menschen aus Kleinstädten und Dörfern wahrscheinlich noch imposanter wirkt.

Eine halbe Ausnahme ist hierbei der Abercrombie & Fitch-Shop auf der Fifth 5th_avenueAvenue. Für ein paar deutlich gebrandete Shirts stehen sich hier schon lange bevor die Türen sich morgens um 10 Uhr öffnen die Massen ihre Beine in den Bauch. Besonders junge Touristen scheinen dem diffus beleuchteten und hierzulande höchst angesagten Label zu Füßen zu liegen. Der stark einparfümierte Shop erinnert ein wenig an einen Club, laute Musik dröhnt in den Ohren und an den Treppenabsätzen tänzeln die Verkäufer im Takt. In den späten Abendstunden leert sich allerdings die Schlange ein wenig und es ist keine allzu große Anstrengung mehr die zehn Minuten zu warten bis man den Laden betreten kann.

Ein kleiner Geheimtipp an dieser Stelle: probiert den A&F-Shop in der Water Street im Financial District aus, hier geht es ein wenig entspannter zu und auch Sonderangebote sind zu finden – wonach man in der Fifth Avenue vergeblich sucht.

Serviceparadies USA

Der Service in den Geschäften ist übrigens ganz anders, die Mitarbeiter sind beispielsweise viel freundlicher als ich es hier gewohnt bin. Kaum greift man nach einer Jeans wird man auch schon gefragt ob Hilfe vonnöten ist. Beim Rausgehen aus vielen Geschäften wird man persönlich verabschiedet vom Türsteher….gegen die Service-Wüste Deutschland eine sehr positive Erfahrung.
Insgesamt war es auf jeden Fall ein Erlebnis diese Stadt zu besuchen, die Brooklyn Bridge zu überqueren, am Ground Zero zu stehen und auf die große Baustelle zu blicken, durch die Avenues und Geschäfte zu schlendern und das weltbekannte ‚Modern Museum of Art (MoMA) zu besuchen.

Durch mein Studium und das Arbeiten vergesse ich manchmal, dass es noch etwas anderes im Leben gibt. Solche Reisen sind meiner Meinung nach wirklich ihr Geld wert, weil man wie gesagt einfach mal „raus“ und auf andere Gedanken kommt.

Der Unterschied zu Hamburg

Früher war ich der Meinung, dass Hamburg wirklich groß, interessant und cool ist. Mittlerweile erscheint mir die Stadt gegen NYC eher klein und gar nicht metropolartig.

Das liegt vor allem daran, weil eben in New York vieles anders ist. Man trifft sehr subwayunterschiedliche Menschen – Asiaten, Afrikaner, Mexikaner, Amerikaner und viele andere. Durch solche Reisen lege ich auch Vorurteile gegenüber anderen Menschen ab. Uns wurde oft von Menschen geholfen, von denen ich das – alleine vom äußeren Erscheinungsbild her beurteilt – nicht gedacht hätte. Außerdem war es eine großartige Erfahrung durch die hohen Häuserschluchten zu spazieren, den Central Park zum Abschalten zu nutzen und in Cafés zu sitzen um bei einem leckeren Snack das Treiben in der Stadt zu beobachten.

Wir haben uns zum Glück vorher nicht zu viel vorgenommen. So konnte man einen besseren Eindruck von New York gewinnen, spontan Sehenswürdigkeiten besuchen und sich einfach mal im Menschenstrom treiben lassen.

5 Gedanken zu „Städtereise: New York City – Was habe ich gelernt?“

  1. Hätte jetzt nicht erwartet, dass man in den Läden der USA freundlicher behandelt wird als bei uns. Man spricht doch immer vom harten Leben in den USA???

  2. Sandra, danke für dein Lob. Die Reise war auch wirklich interessant 😉

    Christian, wirklich – die Leute waren ausgesprochen freundlich. Uns wurde erzählt, dass New York im Vergleich zu Kalifornien noch relativ unfreundlich ist. Ich war gerade letztens wieder in einem Geschäft hier in Hamburg und wurde noch nicht mal begrüßt, als ich den kleinen Laden betreten habe. Die Verkäufer haben weiter die Jeans und Hemden zusammengeführt und die Kunden nicht wirklich beachtet. Das ist mir in New York nie passiert. Wir sind in einen Laden gegangen und wurden nach maximal 2 Minuten gefragt. Selbst wenn ich z.B. auf ein paar Schuhe gewartet habe und bloß rumstand, wurde ich von einem anderen Verkäufer angesprochen. Es war nicht nur die Aufmerksamkeit sondern auch die Freundlichkeit, die wirklich überrascht hat.

  3. Nun, dann möchte ich mal meinen Eindruck schildern.

    In den USA scheint man für jeden noch so beklopptesten Job (Leute an die Tische einweisen oder einfach nur in der Gegend rumstehen) jemanden einstellen zu müssen. Masse scheint hier mehr zu zählen statt Klasse, vermutlich brauchen die Leute dort auch deswegen 3-4 Jobs um sich über Wasser zu halten, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Jobs sonderlich gut bezahlt sind. V.a. schienen viele keinen Spaß an ihrer Arbeit zu haben, was man in den Gesichtern ablesen konnte.

    Die viel gelobte Freundlichkeit war m.E. oftmals nur aufgesetzt. Sobald kein Tip oder ein Geschäft zu erwarten war, wars dann auch recht schnell vorbei mit der Freundlichkeit. Überhaupt gab es dort jede Menge Leute, die mir nicht sonderlich freundlich vorkamen. Unter Freundlichkeit verstehe ich z.B. Hilfe zu erhalten wenn ich im Zug einen riesigen Koffer auf die Ablage hieve – passiert mir in .de praktisch ständig, in NY hat das keine Sau interessiert.

    Insgesamt kann ich die vielmals gelobte „positive“ Einstellung dort nicht nachvollziehen – natürlich auch mit ein paar Ausnahmen.

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