Tropical Islands – die Tropen mitten in Brandenburg

Es dauert wohl noch ein paar Jahre bis die Tropen durch den Klimawandel nach Europa verlegt werden. Bis dahin kann man ein Stück tropischen Regenwald in Brandenburg, im Tropical Islands genießen. So verspricht es zumindest der Anbieter auf seiner Website. Nach dem Besuch von Tschebull am letzten Montag ging es von Dienstag bis Mittwoch ins Tropical Islands, welches rund 60 Kilometer südlich von Berlin liegt.

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Leider waren in diesem Jahr günstige Flüge recht unpassend gelegen und so musste ich mich zwangsläufig mit diesem Reiseziel beschäftigen. Das Tropical Islands ist in dem ehemaligen Hangar der Cargolifter AG. Die Cargolifter AG hatte das Ziel Luftschiffe zu entwickeln, die Lasten von bis zu 160 Tonnen transportieren können. Nachdem das Unternehmen 1996 gegründet wurde und die größte freitragende Halle der Welt in Brandenburg gebaut hat, ging es auch bergab mit dem Unternehmen. Die Halle ist 360 x 210 x 107 Meter (Länge x Breite x Höhe) groß und könnte die Freiheitsstatue aufnehmen oder den Eiffelturm liegend aufbewahren.

Ein leerer Hangar in Brandenburg

2002 meldete das Unternehmen Insolvenz an und die Halle wurde durch den malaysischen Konzern Tanjong für ein Viertel der eigentlichen Baukosten gekauft. Schließlich errichtete der Konzern dort das künstliche Tropenparadies Tropical Islands.

Sobald man die Abfahrt Staakow auf der A13 genommen hat, ist das Tropenparadies ausgeschildet. In einer wirklich sehr ländlichen Gegend steht diese riesige Halle, bei deren Anblick einem schon etwas anders wird. Sobald man auf dem Parkplatz sein Auto abgestellt hat, sollte man alle wichtigen Dinge die man an dem Tag oder in den Folgetagen benötigt, mitnehmen. Das Tropical Islands ist eigentlich ein sehr großes Erlebnisschwimmbad mit angeschlossener Saunalandschaft. Jedoch ist es auch möglich in der Flughalle zu übernachten. Dies geschieht entweder auf den Strandliegen, die überall stehen, auf den im Hangar eingerichteten Zeltplätzen oder in den 2-4 Personen Hütten, von denen es 15 Stück gibt. Außerdem kann man auf dem in der Nähe befindlichen Camping-Platz, in Ferienwohnungen oder im Hotel übernachten.

Wer einmal Eintritt zahlt kann theoretisch so lange bleiben, wie er möchte. Bleibt man über Nacht und möchte auf den Strandliegen übernachten, ist ein Nachtzuschlag von 10 Euro zu zahlen. Hat man erst einmal eingecheckt geht es in die Umkleidekabine, um sich in sein Strandoutfit zu schmeißen. Die Zelte oder Hütten, die man vorher gebucht hat werden erst ab 14:30 Uhr zugänglich. Deswegen ist es vor 14:30 Uhr nötig zuerst in die Umkleidekabine zu gehen und danach seine Sachen in die Hütte oder in das Zelt zu bringen, welche man verriegeln kann.

Die Bereiche des Tropical Islands

Das Tropical-Islands besteht aus verschiedenen Themenlandschaften. Auf der einen Seite ist die Südsee zu nennen, die aus einen 140 Meter langen, 4400 m² großen Pool besteht. Dieser ist umgeben von einem 200 Meter langen Sandstrand, der 850 Holzliegen umfasst. Die Wassertemperatur liegt bei 28 Grad.

Auf der anderen Seite ist die Bali-Lagune zu finden. Dies ist ein 1200 m² Wasserfläche großer Pool mit zwei Rutschen, Fontänen einem Strudel, 2 Wasserfällen und weiteren Whirlpools.

Zwischen beiden Landschaften befindet sich der Regenwald, der 50.000 teilweise seltene Pflanzen beherbergt. Auf der Seite der Südsee und der Lagune wird Luft durch eine Heizung erhitzt, die dann über dem Regenwald abkühlt und herunterfällt. Dadurch wird ein Klima erzeugt, welches für das natürliche Wachstum des Regenwalds erforderlich ist. Neben den Pflanzen leben auch einige Tiere in dem Regenwald. Neben Fischen, Schildkröten und kleinen Käfern gibt es auch Fasane und Pfauen, die überall angetroffen werden können. Die eine Seite des Hangars wurde durch eine UV-durchlässige Folie ersetzt. Dies ist nicht nur für den Regenwald wichtig, sondern auch die Besucher können somit am Strand liegen und eine natürliche Bräunung der Haut erreichen.

Neben diesen Landschaften gibt es noch ein Kinderparadies (3,50 Euro Aufpreis), einen Rutschenturm (3,50 Euro Aufpreis), eine Saunalandschaft (8,50 Euro Aufpreis) und ein Tropendorf mit Originalbauten aus Thailand, Borneo, Samoa und Bali. In den Bauten sind Restaurants oder Übernachtungsmöglichkeiten zu finden.

Tropenparadies und Saunalandschaft

Die Anlage ist für 6000 Besucher ausgelegt. Als ich dort war, konnte man bestensfalls 500 Besucher antreffen. Die meisten Besucher kommen früh morgens und gehen am Abend wieder, nur wenige bleiben über Nacht. Ich kann mir vorstellen, dass der Besucherandrang am Wochenende und zur Ferienzeit größer ist. Letztlich hat mir der Studententarif ermöglicht das Tropenparadies und die Saunalandschaft für 27,50 Euro pro Person zu benutzen. Die Saunalandschaft ist wirklich klasse und beherbergt eine Steinsaune, ein Edelsteindampfbad, eine Baumsauna sowie eine Kräuter-Schwitzhütte, ein Eisbrunnen und die Nebelgrotte. Daneben sind Sprudelbecken und Erlebnisduschen zu finden. Alle Saunen sind von südostasiatischen Bauwerken inspiriert und nicht stupide nebeneinander gesetzt worden.

Insgesamt hat mir der Aufenthalt gut gefallen. Die Saunalandschaft ist wirklich super, die Südsee und die Bali-Lagune durchweg gelungen. Sobald man im Sand liegt kommt Urlaubsfeeling auf und man vergisst etwas, dass man eigentlich in einem Hangar liegt. Wenn man die Liegen benutzen möchte, kann man sich gegen einmaligen Aufpreis weiche Unterlagen mieten. Wenn man über Nacht bleibt, sieht man am Ende des Tages zig unbesetzte Liegen, von denen man einfach ein Polster entfernen kann 😉

Mangelhaftes Essen wie aus der Mikrowelle

Der positive Eindruck wird leider arg gemindert, da das Essen mangelhaft und für die schlechte Qualität viel zu überteuert war. Es wird sich an Restaurantpreisen orientiert, aber keine Restaurantqualität geliefert. Die Backkartoffel mit Sour-Creme für 3,90 ging vom Preis, allerdings sah die Kartoffel schon älter aus und erinnerte an Mikrowellenessen. Spaghetti mit Tomatensauce kostet im Menü mit einem 0,3 l Softdrink zwischen 8-9 Euro und erinnert an die Miracoli-Packung aus dem Supermarkt. Wobei diese noch besser ist, da dort wenigstens Parmesan dabei ist, was im Tropical Islands angeblich von der Frühschicht vergessen wurde zu bestellen. Die bestellte Pizza ist mit 8-9 Euro ebenfalls überteuert, geschmacklich nicht besonders und der Käse erinnert an Analog-Käse. Am schlimmsten aber waren die Eisbecher. Die Dekoration war schön anzusehen, geschmacklich war das Eis zwischen Wasser und Wasser mit einem Spritzer Frucht anzusiedeln.

Angeblich sollen keine Speisen und Getränke mit in den Hangar genommen werden, eine Taschenkontrolle findet aber nicht statt. Außerdem muss man sich zwangsläufig Proviant mitnehmen, da man sonst schlicht weg arm wird oder den Aufenthalt aufgrund des schlechten Essens nicht aushält. Leider muss man beim Verlassen der Halle und beim anschließenden Neueintritt den gleichen Eintrittspreis noch mal bezahlen. Somit fällt die Alternative, in der Umgebung essen zu gehen, leider weg.

Das Tropical Islands ist ein nettes Urlaubsparadies für 2 Tage und ist mit gängigen Erlebnisbädern nur in Ausnahmefällen zu vergleichen. Die Kosten für eine Übernachtung sind pro Person zu hoch (Lodge ab 50 Euro pro Person) und leider erhält der positive Eindruck durch das mangelhafte Essen einen Dämpfer. Schade!

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Ein Gedanke zu „Tropical Islands – die Tropen mitten in Brandenburg“

  1. Hallo,
    tller Artikel! Spricht mir voll aus der Seele! Besonders der Teil mit dem mangelhaften Essen! Das kann einem wirklich das Urlaubsfeeling verhageln…..
    Ansonsten schon eine beeindruckende Anlage.

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