Tschebull – feinstes Schlemmen im Levantehaus in Hamburg

Heute vor einer Woche hatte ich meine letzte und damit die 33. Prüfung meines 4jährigen tschebulldualen Studiums. Nachdem der Stress um 12 Uhr vorüber war und ich die darauf folgenden 4 Tage Urlaub hatte, sollte der Montagabend nicht vor dem Fernseher oder völlig zugedröhnt auf der Reeperbahn beendet werden. Ich wollte den Tag gerne in einem schönen Restaurant ausklingen lassen. In einem von der Sorte, die man nicht täglich besucht.

Nach der Sichtung verschiedener Restaurants in Hamburg fiel die Entscheidung auf das Restaurant Tschebull im Levantehaus an der Mönckebergstraße. Vielversprechende Fotos auf der Homepage des Schlemmertempels versprachen einen außergewöhnlichen Abend.

Der Koch und der Ursprung des Restaurants

Alexander Tschebull, Namensgeber und neben seiner Frau auch Besitzer des Restaurants, war bereits Koch im Wiener Restaurant Zu den drei Husaren, im Hamburger Luxus-Restaurant Le Canard und auf Sylt. In Winterhude eröffnete er vor einigen Jahren mit dem Allegria sein erstes eigenes Restaurant ehe in Anfang diesen Jahres das Tschebull in der Innenstadt eröffnet wurde.

Die Räumlichkeiten sind das erste Highlight

Das Restaurant besitzt neben zwei Haupträumen, dem Glockenraum und dem Edelweißraum, auch eine Lounge, eine Bar, eine Terrasse und das Beisl (Bistro). Das Tschebull betritt man durch den Innenraum des Levantehauses, durchs Beisl und vorbei am gläsernen begehbaren Weinschrank gelangt man in die hinteren Restauranträume.

Das Design der Räume ist wirklich außergewöhnlich. Moderne lederbezogene und bequeme Sessel füllen den Raum. Schmankerln sind die an der Decke des Glockenraumes hängenden Kuhglocken. Raumtrennend sind breite transparente Lamellenvorhänge eingesetzt worden. Holzverkleidete, rustikale Wände runden den Barbereich ab. Ein echtes Highlight sind die Waschräume – Motivtapeten mit Almbildern, verspiegelte Flächen, viel Holz und witzige Accessoires machen eine simple Toilette zum Erlebnis. Man gewinnt den Eindruck, dass das gesamte Interieur fein aufeinander abgestimmt wurde und die Räumlichkeiten sich mit leichtem Augenzwinkern in ein österreichisches Raumerlebnis verwandeln

Das Essen ist das zweite Highlight

Auf der Speisekarte stehen hauptsächlich österreichische Spezialitäten. Ich habe das Tschebull mit meiner Freundin besucht und als erstes kam die kleine Schmankerlvariation als Vorspeise (17 Euro) auf den Teller. Wir bekamen Lachs, Kaviar, Tafelspitz, Ochsenmäulchen und Ochsen-Carpaccio in fünf kleinen Schalen serviert. Vorher wurden 3 verschiedene Brotsorten (eine sogar mit Speck) mit Butter und einer Frischkäsecreme gereicht. Alle Vorspeisen waren recht neu für uns – aber ausnahmslos ziemlich lecker!

Als Hauptgerichte orderten wir den knusprig gebratenden Zander auf Zwiebel-Paradeiserfond mit Pfifferlingstascherln (22 Euro) und das Rinderfilet mit Pfifferlings-Speckkruste, auf Schalotten-Mandelcreme & Kartoffelbuchteln (24 Euro). Dazu gab es eine Flasche Wasser und einen Grauburgunder Weißwein (Vogelsang). Statt Dessert haben wir lediglich zwei Espressi getrunken.

Das Essen kam zeitig und war wirklich perfekt. Im Zander wurde keine einzige Gräte gefunden, das Rinderfilet war trotz immenser Dicke auf den Punkt medium gebraten und ich habe keine Sehne und kein Fett entdecken können. Geschmacklich waren die Vorspeise und die beiden Hauptgerichte wirklich grandios.

Besonders bemerkenswert war, dass die Weinflasche nicht in einem Kühler auf den Tisch gestellt wurde, sondern von der netten und aufmerksamen Bedienung nach der Probe und dem Einschenken zurück in den Kühlschrank gestellt wurde. Kurz bevor der letzte Schluck aus dem Glas genommen wurde, kam die Kellnerin vorbei und hat nachgeschenkt. Wirkliche Extraklasse.

Natürlich ist das Tschebull nicht jedermanns Sache, aber für einen netten Abend zu besonderen Anlässen auf jeden Fall zu empfehlen. Die Begleitung wird ebenso begeistert sein, wie derjenige der einlädt.

tschebull_restaurant

tschebull_glockenraum

tschebull_lounge

Quelle der Bilder: Tschebull

Ein Gedanke zu „Tschebull – feinstes Schlemmen im Levantehaus in Hamburg“

  1. wirklich – unglaublich lecker….ich will sofort wieder hin!
    und für wirklich jedes ästheten-auge ein optischer schmaus! 😉

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