Winterschlaf und Winterdepression – Die Probleme mit der Zeitumstellung

Letzte Woche hielt eine Bahn mit quietschenden Bremsen vor mir auf dem Bahnsteig an. Es war die S-Bahn mit der ich fahren musste, um einige Dinge zu erledigen. Als ich den letzten Wagen der S-Bahn betreten und mich auf den Sitz gesetzt habe, bemerkte ich ein komisches Verhalten meiner Mitfahrer. Ich schaute mich um und sah von ca. 8 Personen im Wagon gleich 4 die ihre Augen geschlossen hatten und schliefen. Diese 4 Personen saßen ausgerechnet in unmittelbarer Nähe zu mir. Mir kam also der Gedanke was los ist, denn es war gerade erst zwischen 16 und 17 Uhr.

Die Probleme mit der Zeitumstellung

Ist es die Winterzeit? Schließlich wird es bereits ab 16 Uhr dunkel und ich denke, dass ich im Sommer so etwas nicht gesehen hätte. Jedes Jahr wird die Uhr im Winter eine Stunde zurück gestellt, wodurch der Körper eine Stunde mehr Schlaf bekommt. Aber genau dieses bekommt einigen Menschen gar nicht gut. Knapp jeder fünfte fühlt sich nach der Zeitumstellung müde und schlapp. Gar jeder zwölfte hat Konzentrationsprobleme. Besonders Personen zwischen 30 und 44 fällt es nach der Zeitumstellung schwieriger den inneren Rhythmus wieder zu finden.

Das ArtikelMagazin schreibt, dass bei einem Prozent der Bevölkerung sogar eine Winterdepression ausbricht. Diese Personen fühlen sich nicht nur müde und schlapp sondern sie haben auch ein Gefühl der Trostlosigkeit. Oftmals ist diese Depression jedoch nur saisonal bedingt und verschwindet im Frühjahr wieder.

Ärzte sind sich einig, dass besonders der Mangel an Tageslicht der Grund für diese Depressionen sind. In südlicheren Ländern ist diese Krankheit z.B. nahezu unbekannt.

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Mangel an Serotonin

Der menschliche Körper besitzt in dieser Zeit zu wenig Serotonin, welches den Gemütszustand, Schlafrhythmus und gar den Sexualtrieb beeinflusst. Der Mensch bekommt in dieser Zeit vermehrt Lust auf Süßes um Glückshormone zu bilden und das Defizit auszugleichen. Melatonin, ein Hormon was für den Schlafrhytmus verantwortlich ist, wird in dunklen Jahreszeiten besonders stark ausgeschüttet. Deswegen fühlen wir uns müde und schlapp (NetDoktor).

Was tut man nun dagegen?

Für diejenigen, die wirklich immens von dieser Antriebslosigkeit erwischt werden, hilft z.B. eine professionelle Lichttherapie. Andere wiederrum greifen zu Johanniskraut um die Lichtempfindlichkeit der Haut zu steigern. In dieser Zeit muss man jedoch vermehrte Sonnenbäder oder den Besuch in Solarien meiden. Generell lassen sich auch folgende Dinge empfehlen um aus dem Stimmungstief herauszukommen: Geselligkeit, frische Luft, Sport, Sex, der Verzicht auf Süßigkeiten, der Besuch in einer Sauna, nicht zuviel Schlaf und auch eine hellere Zimmerbeleuchtung kann entscheidend sein (CrazyLifeBlog).

Wer zu Hause etwas gegen seine Antriebslosigkeit machen möchte, könnte sich auch eine eigens dafür konstruierte Lampe kaufen. Diese Lampe sollte mindestens 2500 Lux aufweisen und, wenn möglich, ein medizinisches Zertifikat aufweisen (gesundheits Weblog)

In Skandinavien gehen die Menschen sogar noch weiter. Da es in den oberen Breitengraden noch dunkler ist, wird hier auf eine ausreichende Beleuchtung zu Hause und am Arbeitsplatz geachtet. Spezielle Lampen am Arbeitsplatz sollen die Arbeitnehmer bei Laune halten.

Die Evolution hat ihre Finger im Spiel

Im Ganzen ist das Phänomen, wie so vieles, evolutionstechnisch bedingt. Wir bekommen im Winter mehr Lust auf fettige, kalorienreiche Speisen, da unsere Vorfahren im Winter besonders mit dem Überleben kämpfen mussten. Nur wer sich zu Beginn der Winterzeit den bekannten Winterspeck angeeignet hat, konnte damals überleben.

Dies ist heutzutage natürlich längst überholt, Dürrezeiten im Winter gibt es bei uns nicht. Da die Evolution mit der Schnelligkeit unserer Entwicklung nicht mithalten kann, ist das Verlangen nach diesen Speisen aber immer noch vorhanden. Der Körper suggeriert uns, dass wir fetthaltiges Essen bevorzugen, braucht es aber eigentlich gar nicht. Obstsorten und Salate schmecken im Winter genauso gut wie im Sommer, also verzichtet auf das fettige Essen und esst die Mahlzeiten, die ihr im Sommer bereits zu euch nehmt (Medizin-Blog)

Außerdem benötigt unser Körper im Winter mehr Vitamine und Mineralstoffe. Mit einer ausgewogenen Ernährung können wir unserem Körper etwas Gutes tun und dem Stimmungstief in der dunklen Jahreszeit entgegensteuern.

Quelle des Bildes: kristofarndt

Ein Gedanke zu „Winterschlaf und Winterdepression – Die Probleme mit der Zeitumstellung“

  1. hm, das gibt einem doch das gefühl kein einzelfall zu sein….ich persönlich leide dieses jahr auch stärker unter solcherlei stimmungsschwankungen. 😉

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